Konzert mit Namgar (Burjatien | Russland)

Konzert mit Namgar (Burjatien | Russland)
Sonntag | 27. Mai 2018 | 20:00 Uhr


»Nomad«
The Spirit of Burjatien
NAMGAR

Die Musiker
Namgar Lkhasaranova – Vocal, Yatag, Percussion, Jew´s Harp
Evgenii Zolotarev – Chanza-buryat, Bass, Jew´s Harp, Backing Vocal
Timur Zolotarev – Guitar, Backing Vocal

Burjatien, gelegen östlich des Baikalsees, ist eine Republik in Russland, die bis an die Grenze zur Mongolei reicht. Das Volk der Burjaten umfasst nicht mehr als reichlich 200.000 Menschen. Ihr Land ist eines der Zentren des tibetisch geprägten Vajrayana-Buddhismus in Russland, es gibt sogar einige Klöster.

Ihr größter Star ist Namgar Lhasaranovas, kurz: Namgar, zu deutsch „Weiße Wolke“. Sie wuchs in dem winzigen Dorf Kunkur in der Nähe des Grenzübergangs zur Mongolei auf. Von ihr heißt es, ihre Stimme sei so gewaltig wie ihre sibirische Heimat, denn ihr Gesang kann innerhalb weniger Augenblicke von spielerisch-kindlich über zupackend-hymnisch zu überbordend-gigantisch wechseln.

Namgar ist eine durch und durch faszinierende Interpretin. Scheinbar mühelos gelingt ihr das Kunststück, eine faszinierende Symbiose zu schaffen aus den burjätisch-mongolisch-tibetanischen Folk-Traditionen ihrer Heimat mit modernen Rock-, Pop- und Jazz-Elementen einschließlich tranceartigen Ambient-Soundscapes.
Da ist sie in ihrer Herangehensweise noch radikaler als die Musiker von „Huun-Huur-Tu“, deren Heimat (nach russischen Verhältnissen) mehr oder weniger gleich um die Ecke liegt.

Namgar und ihre Musiker verwenden sowohl traditionelle Instrumente wie das Yatag (eine 13-saitige Zither), die Chanza (eine dreisaitige Laute) und das Morin Khuur (ein zweisaitiges Streichinstrument), als auch E-Bass und Schlagzeug, um damit ihren einzigartigen Sound zu kreieren, mit dem sie seit der Gründung ihres Ensembles im Jahr 2005 auf Festivals der ganzen Welt, von Norwegen bis Malaysia, Russland, Japan und den Vereinigten Staaten, begeistert haben.

Die Melodien und Lieder, die Namgar spielt, wurden ihr als Kind einst von ihrern Eltern und ihren Großeltern vorgesungen, die sie wiederum von ihren Eltern und Großeltern übernommen hatten.
Die Arrangements, mit denen Namgar diese Lieder interpretiert, sind neu, die Geschichten aber, die in den Liedern erzählt werden, sind so alt wie das Volk der Burjaten selbst, Geschichten und Mythen über alte mongolischen Kämpfer, über einzigartige Pferde und berühmten Schlachten. Und natürlich erzählen sie auch von der Liebe, von Sehsucht und Glück, Verzweiflung und Tod.

Aus einem Interview mit der russischen Zeitung
„Wir spielen traditionelle burjatische Folklore. Es gibt Songs, die ich nie mit einem modernen Arrangement vermischen möchte. Und es gibt andere, die wollen auf eine neue Art gesungen werden. In meinem Leben gewinnt die Synthese vor allem deshalb an Bedeutung, weil meine kreative Verbindung mit Evgeny Zolotaryov weitgehend den Musikstil bestimmt, den wir spielen. Eugene und ich sind in verschiedenen Kulturen aufgewachsen. Er hörte von Jugend an europäischen Rock und Jazz, und ich wurde in folkloristischen Burjaten-Traditionen erzogen. Zusammen sind wir mehr als 25 Jahre alt. Und mit der Zeit trat Eugene sehr sanft in die burjatische und mongolische Kultur ein und fing an, sie zart zu fühlen. Die Arrangements all unserer Kompositionen sind im Wesentlichen seine Arbeit. Ich summe eine Melodie – er hört es anders. So entsteht die Synthese in der Musik, die wir ausführen. Das Gleiche passiert in anderen Bereichen unseres Lebens. Ich neige dazu, recht zu haben. Evgeny ist ganz anders – er ist ein innovativer Musiker. Er hat seine eigene Meinung, die sich von den allgemein anerkannten Standards unterscheidet. Es scheint mir, dass es Menschen wie ihm zu verdanken ist, dass es Veränderungen und Entwicklungen in allen Bereichen des Lebens gibt.