The Gentle Lurch (D) – Dienstagskonzert

The Gentle Lurch (D) – Dienstagskonzert
Dienstag | 6. März 2018 | 20:00 Uhr


Die Band aus Dresden arbeitet gerade an ihrem vierten Album, dem Nachfolger zu „Workingman’s Lurch“ (2014), vom INTRO Magazin bei Erscheinen gelobt als „…das Americana-Album des Jahres aus Deutschland. Mindestens.“ Weil Alben aufnehmen traditionell ein langwieriger Prozess bei dieser Band ist, spielen sie zwischendrin einfach mal so ein Konzert. Kein Anlass, außer Lust darauf. Neue Lieder, alte Lieder, dazwischen wird geschwiegen oder was von früher erzählt.

The Gentle Lurch kann man eigentlich nicht als Folkband bezeichnen. Dazu sind ihre Lieder zu unverhofft, zu nah am Experiment. Sie mögen keine Wiederholungen. Ein Nachzählen ergibt gerade drei Refrains auf dem letzten Album. Die meisten Lieder sind wie Reisen von einem Punkt A zu einem Punkt B angelegt. Andere erheben und nivellieren sich wieder wie eine Welle im Meer. Sie nutzen Elemente aus Folk, Country, Americana weil sie deren emotionale Direktheit mögen und ordnen diese neu. Manchmal so konfrontativ, wie in ‚All Things Come‘, das an einem einzelnen Orgelton von Beschwerde in Trost hinüber kippt, und dabei Sänger wie auch Harmonien wechselt. Da ist die seltsam rotierende Akkordfolge, auf der ‚Cannot‘ aufgebaut ist, oder der Groove, der den Gospel von ‚On How To Tamp Leaks‘ torpediert. Viel mehr Raum nimmt inzwischen Cornelia Mothes ein, die dem sprech-singenden Stoizismus von Lars Hiller ein tröstendes, beinahe erlösendes Element gegenüber stellt, und dabei Pop und eine vormals ungekannte Direktheit in den Bandfokus rückt. Daneben bleibt ein Teil der alten Gentle Lurch: nah am Stillstand, unsicher tastend, alt und irgendwie morsch klingend.

Musik: Lars Hiller (voc, git), Cornelia Mothes (voc, p), Frank Heim (git, voc), Johannes Till (b), Ronny Wunderwald (dr) | Foto: Björn Guenther