Präludium und Unfug von der Serkowitzer Volksoper

Präludium und Unfug von der Serkowitzer Volksoper
Mittwoch | 21. März 2018 | 20:00 Uhr


Ein Sandwich nach Johann Sebastian Bach.
Die Serkowitzer Volksoper widmet sich hier erstmals einem Komponisten, der der sogenannten „Alten Musik“ zugeordnet wird. Die „Kaffeekantate“ und die „Bauernkantate“ tragen schon bei Johann Sebastian Bach einen unterhaltsamen Charakter, bieten aber beim näheren Hinsehen Stoff für eine Beschäftigung mit den Themen Erziehung, Sucht und dem typischen „Buckeln nach oben und Treten nach unten“.
PRÄLUDIUM UND UNFUG ist eine Produktion, die sich stilistisch an die seit 2011 in der Saloppe aufgeführten Inszenierungen der Serkowitzer Volksoper anschließt. Uraufführung und Premiere feierte das Stück am 14. August 2016 ebenfalls in der Dresdner Sommerwirtschaft Saloppe, wobei ein alter Zirkuswagen als Bühne diente. Dementsprechend trägt die Aufführung einen Schaubudencharakter: charmant, frech, unterhaltsam und dabei auf hohem künstlerischem Niveau. „Bei aller barocken Musik entsteht ein Theaterabend, der viel mit unserer Lebensrealität zu tun hat“, so der künstlerische Leiter Wolf-Dieter Gööck.
Ursprünglich nicht für szenische Aufführungen verfasst, werden die Kantaten in den Rang des Musiktheaters erhoben, wobei sich ganz am Rande zwei Fragen stellen: woher kam eigentlich der Kaffee, den die Leipziger Bürgersleute anno 1734 genüsslich schlürften, und kann die in der „Bauernkantate“ ausgesprochene Huldigung des Gutsherrn durch das Landvolk wirklich ehrlich gemeint sein? Nolens volens hat Bach damit der Serkowitzer Volksoper eine Steilvorlage für ihre nächste Betrachtung der Großen und Kleinen Welt geliefert, in der Ernsthaftigkeit, Albernheit, Wortwitz und Musizierkunst gleichberechtigt nebeneinander stehen. Die Bach’schen Kompositionen stellten eine besondere Herausforderung dar. Es ergaben sich bei der Bearbeitung wieder zwei Fragen: wie soll die Kantatenform zur Oper werden und warum muss Bach vom Ensemble „Musi nad Labem“ interpretiert werden? Sagen wir so: die Liebe zur klassischen Musik macht so ziemlich alles möglich. Die Musiknummern werden, wie stets in Serkowitz, fleißig gekürzt, selbstverständlich in der Reihenfolge geändert und uminstrumentiert. In Ermangelung von Terzetten und einem Finale im Original, wurden die Kantaten Bachs genutzt. Parodie á la 2016!

Im Rahmen von „Bach in the City – Eine musikalische Intervention zum 333. Bachgeburtstag“.

Dramaturgie, Inszenierung: Wolf-Dieter Gööck | Gesang und Schauspiel: Marie Hänsel (Sopran), Dorothea Wagner (Sopran) | Cornelius Uhle (Bariton) | Ensemble Musi nad Labem: Luise Haugk (Oboe, Blockflöte, Englisch Horn, Oboe d’amore), Florian Mayer (Gesang, Violine, Melodica, Percussion), Milko Kersten (Klavier) | Musikdramaturgie, Musikalische Einstudierung: Milko Kersten | Ausstattung: Coco Ruch | Spieldauer: ca. 100 Minuten

Mehr unter: www.bachindresden.de