Magyar Akác/Ungarische Akazie (Kelemen/György) – OFF:Europa

Magyar Akác/Ungarische Akazie (Kelemen/György) – OFF:Europa
Donnerstag | 24. Mai 2018 | 20:00 Uhr


Die Robinie (oder „falsche Akazie“) gilt vielen Ungarn als der „ungarischste“ unter den ungarischen Bäumen. Und das, obwohl sie aus Nordamerika stammt. Die „fremde“, „eingewanderte“ Pflanze könnte also Symbol für eine offene Gesellschaft sein. Aus einem solchen Gedanken heraus entwickelten die Autoren dieses „post-faktische Dokumentarstück“, eine Mischung aus Poetry-Slam und Installation, aus gesampeltem Dokumentartheater und postdramatischem Historienstück. Aufklärung im besten Sinne.
Die Robinie wurde trotz ihrer Fremdartigkeit im Jahr 2014 zum „Hungarikum“ erklärt. Das ist ein Label, das Produkten oder Orten verliehen wird, die einzigartig ungarisch sind. Eine symbolische Botschaft: Jede und jeder, unabhängig von Blut, Geschlecht, Sprache, Reichtum, sexueller Orientierung, religiösen oder politischen Ansichten, kann ein gleichberechtigter Teil der ungarischen Nation werden, wenn sie oder er auf ungarischem Boden Fuß fasst.

Vom beeindruckenden Bedeutungswandel der Robinie erzählt diese Produktion. Wie kann ein Baum zum Objekt politischer Debatten werden? Wie setzen Politiker sorgfältig ausgewählte oder sogar manipulierte ökologische Fakten über die Robinie für ihre Zwecke ein? Auf diesen Fragen basiert Kelemens and Pálinkás´ neu gegründete Bewegung, die eine offenere Gesellschaft fordert. Die Frage ist: Wird diese Bewegung in Ungarn Wurzeln schlagen können, so tief wie die Robinie?

Konzept, Regie: Kristóf Kelemen, Bence György Pálinkás | Darsteller: Angéla Eke, Katalin Homonnai, Kristóf Kelemen, Márton Kristóf, Bence György Pálinkás | Musik: Márton Kristóf | Ausstattung: Dániel Balázsi, Fanni Hegedüs | Licht/Technik: Márk Szapu | Assistenz: Anita Totobé | In Ungarisch mit deutscher und englischer Übertitelung | Spieldauer: ca. 70 Min.