Konzert Bluegrass Jamboree 2018

Konzert Bluegrass Jamboree 2018
Montag | 3. Dezember 2018 | 20:00 Uhr


»Looking Back to the Future. Die BLUEGRASS JAMBOREE 2018«
Das Festival of Bluegrass & Americana 2018 auf Tour.
Das 10. Internationale Festival für Bluegrass- und Americana-Music, präsentiert von Rainer Zellner & Music Contact mit:

Mit:
THE BROTHER BROTHERS Moody Americana
BILL & THE BELLES Oldtime Country
JEFF SCROGGINS & COLORADO Dynamic Bluegrass

Der legendäre Banjo-Bus kommt auf der Jubiläums-Tournee des Kult-Festivals zurück in die Konzerthallen der Republik. Auch nach Dresden, wo er erstmals im Jahr 2012 Station machte.
An Bord sind neben den fetzigen Banjos auch wieder verträumte Mandolinen, wilde Geigen, lagerfeuererprobte Gitarren und brummelige Kontrabässe. Meisterlich gespielt begleiten sie die vielfältigen Sänger, die den drei Top-Bands aus den USA den ebenso eigenwilligen wie unverwechselbaren Sound geben.

Dem Jubiläum angemessen ist die speziell zusammengestellte exquisite Auswahl mit die amerikanische Szene prägenden Ensembles. Looking Back to the Future: Die Musiker schöpfen die Inspirationen für ihr eigenes kreatives Schaffen aus den ursprünglichen Wurzeln von Bluegrass, Folk und akustischem Oldtime Country und schaffen daraus ihre spannende Musik für die Zukunft. Und zum großen Finale am Konzertende treffen sich alle Musiker noch einmal zum gemeinsamen Spiel.

Das Bluegrass Jamboree ist in Europa einmalig und wird sogar in den USA, dem Mutterland der Bluegrass-Musik, gepriesen. Dank bester Kontakte in die Zentren des Musikstils gelingt es Bluegrass-Impressario Rainer Zellner (von der »European Bluegrass Union« als »Bluegrass Personality of the Year« ausgezeichnet) immer wieder, die angesagtesten und derzeit wichtigsten Künstler nach Deutschland einzuladen und in der Jamboree zu präsentieren. So finden sich etliche spätere Stars- und Grammyausgezeichnete Künstler in Programmen der vergangenen Bluegrass Jamboree-Jahrgänge.

„Wer Bluegrass verpasst ist selber schuld!“
Badische Neue Nachrichten

Die Musiker 2018:

TTHE BROTHER BROTHERS
sind die eineiigen Zwillinge Adam und David Moss. Sie stehen in der Tradition der für die authentische Country- und Bluegrass Musik so typischen Brüder-Duette: In einer Linie mit den Louvin Brothers und den Everly Brothers hört man bei ihnen auch Anklänge an das wohl bedeutendste Folk Pop-Duo Simon & Garfunkel.
Zwillingsbrüder besitzen eine ganz besondere Magie in ihren zweistimmigen Gesangsharmonien, singen sie doch sozusagen mit der gleichen Stimme. Bevor es zu ihrer gemeinsamen Arbeit im Duo kam, entwickelten sich die zwei Künstler aus Illinois lange Jahre getrennt. In den musikalischen Melting-Pots Austin und New York kam jeder für sich nach klassischer Ausbildung mit den buntesten Stilen in Berührung: Jazz, Bluegrass, Oldtime, Folk, Americana. Beide entdeckten bald ihre Liebe zu den Story Songs, die Geschichten erzählen. Damit war das gemeinsame Ziel gefunden und die Brother Brothers gegründet.
Die Lieder von Adam und David sind mal bittersüß, mal leichtfüßig und luftig, dann wieder melancholisch-bluesig, ein intensiver Rausch an gemischten Emotionen, die das Publikum wie magisch in ihren Bann ziehen. Geiger Adam Moss und Gitarrist David Moss, begleiten sich mit einem feinen, klangmalenden Geflecht aus Harmonien und Rhythmen, die sie gerade in ihrer Einfachheit als große Meister ausweisen.
„Bei ihrem Gesang bekomme ich Gänsehaut.“
Sarah Jarosz

BILL & THE BELLES
aus Virginia erwecken eine vergangene Ära zu neuem Leben: Die Anfänge der Country Music, der Vaudeville Theater und der Radio Shows der 30er Jahre, als erstmals Musik in alle Haushalte gesendet werden konnte. Die Unterhaltungsprogramme jener Zeit waren geprägt von einem anarchischen Musikmix aus Oldtime Fiddle Tunes, sentimentalen Balladen, ekstatischen Gospels, rasantem Bluegrass, archaischem Blues und rhythmischem Swing Jazz. Live, locker und humorvoll präsentiert, richteten sich die überaus beliebten Radio Shows mit Musik, Comedy, Werbung und lokalen Informationen an die ländliche Bevölkerung im abgelegenen Südosten der USA. Bill and the Belles, die Hausband einer solchen Radio-Show des „Birthplace of Country Music“-Museums in Virginia, lassen genau diese Traditionen frisch und zeitgemäß wieder aufleben.
Geniale dreistimmige Gesangssätze, große Meisterschaft auf den Instrumenten, gepaart mit Liebe zur musikalischen und optischen Ästhetik des Stils machen sie zu einer der führenden Retro-Bands der USA. Sänger, Gitarrist und Mastermind Kris Truelsen kam aus den Bergen Colorados in die Appalachen Virginias. Geigerin Kalia Yeagle flüchtete aus Alaska in die wärmere Region des Südostens. Banjo-Spielerin Grace van’t Hof baute ihr erstes Banjo selber und hört Oldtime Hardcore genauso wie Puccini. Als Energiebündel am Kontrabass hält Hasee Ciaccio, eine überaus gefragte Session-Musikerin der Szene, die Band auf Kurs.
„Bill and the Belles sorgen dafür, dass man die Bedeutung der frühen Country Music wieder schätzt, ohne sie nur nachzuahmen.“
Rolling Stone

JEFF SCROGGINS & COLORADO
„A Bluegrass Explosion“ – so schilderte ein überwältigter Journalist das Konzert des Ensembles. Zuhause in den Front Range Bergen von Colorado, hat sich das Quintett zu einer der mitreißendsten Live Bands im Bluegrass entwickelt. Permanent sind sie seit 2011 weltweit mit ihrem vielfältigen Sound unterwegs, in dem sich die ganze Farbigkeit der Bluegrass-Geschichte spiegelt. Die zwei Generationen Musiker in der Band erzeugen eine Spannung aus Tradition und Neuem. Gefühlvolle Gesangs-Solisten, aufregend intensiver mehrstimmiger Gesang, erstklassige Songs, überaus kraftvoll virtuoses Solospiel und blindes rhythmisches Verständnis untereinander sind die Elemente, mit denen Bluegrass seit siebzig Jahren so erfolgreich wurde und bis heute lebendig blieb. In Jeff Scroggins & Colorado findet man genau das, durchsetzt mit der Energie zukunftsweisender Weiterentwicklungen wie New Acoustic, Newgrass und JamGrass.
Banjo-King und Mastermind Jeff Scroggins erfüllte sich mit dieser Band nach vielen Jahren als Rock-Gitarrist den Traum eines eigenen Bluegrass-Ensembles. Dafür spielte er zehn Jahre lang täglich bis zu neun Stunden, bis er mit seinem Banjospiel zufrieden war. Zweimal wurde er bisher »Banjo-Spieler des Jahres« in den USA und gilt als „Jimmy Page des Banjos“.
Sein Sohn Tristan Scroggins hörte Bluegrass wohl schon neun Monate, bevor er überhaupt geboren wurde. Schon mit Sechzehn hatte er den Status als „Wunderkind“ und viele Preise gewonnen.
Der andere „jungen Wilden“ ist Chris Thile an der Mandoline. Der liebt puren Bluegrass genauso wie Avantgarde-Ausflüge und seine Eigenkompositionen sind Highlights im Band-Repertoire.
Geigerin Ellie Hakanson gehört ebenfalls zur jungen Generation. Sie verbindet in besonderer Eleganz makellose klassische Technik mit der Energie rauer bluesiger Bluegrass Fiddle.
Viele Jahre Erfahrung und Auszeichnungen prägen die Bluegrass-Stimme der Band, Greg Blake aus den Bergen West Virginias. Bei ihm klingen die Appalachen-Songs unwiderstehlich authentisch, kein Wunder, singt er doch Zeit seines Lebens Bluegrass, Gospel und erdige Country Music.
Die tiefen Töne und swingenden Rhythmen des Kontrabasses halten die Band zusammen, meisterhaft in den Händen von Danny Booth. Er kam aus Alaska in den Süden und bereicherte schon den Klang von Legenden wie Ralph Stanley, Doug Dillard und Grammy-Gewinner Frank Sullivan.

Über Bluegrass Music …

Längst hat sich die Bluegrass Music in ihrer nun über siebzigjährigen Geschichte in viele Winkel der Erde verbreitet. Sie entstand in den 40er Jahren in den wilden Hügeln der Appalachen im Südosten der USA aus der Begegnung der Kulturen der neuen Siedler und der Sklaven. Es waren vor allem die Einwanderer aus Irland und Schottland, die ihre Tanzmusik und überlieferten Balladen in den abgelegenen Regionen als Unterhaltung pflegten. Dort begegneten sie der Musik der afrikanischen Sklaven, mit ihren raffinierten komplexeren Rhythmen und Gesängen. Dazu kamen Spirituals und Gospels mit mehrstimmigen Gesangstechniken. Diesen Soundtrack der Region machte Bill Monroe mit seinen »Bluegrass Boys« (benannt nach dem Bluegrass State Kentucky, wo das Gras etwas blauer wächst als anderswo) zur „Bluegrass Music“. Elvis Presley formte daraus Rock’n’Roll und Rockabilly und die Elektrifizierung der Instrumente führte zur Country Music. Damit lagen damals schon die Wurzeln der amerikanisch geprägten heutigen Popmusik vor.
Bluegrass selber, mit seinen wegweisenden Urgruppen wie »Monroe«, »Stanley Brothers«, »Flatt & Scruggs« und vielen anderen blieb rein akustisch und verschwand in den Blütezeiten des Rock’n’Roll beinahe von der Bildfläche. Erst die Hinwendung der studentischen Szene der 60er Jahre mit ihren Folk Festivals und Folk Stars, aber auch der Wertschätzung einer „Kultur der einfachen Leute“ führten zu neuer Begeisterung beim Publikum in Stadt und Land.
Seitdem hat sich die Musik oft gehäutet, rückbesonnen, nach vorne geblickt und immer weiter wachsende Fangemeinden gefunden. Sehr viele Konzert-Besucher sind gleichzeitig selber Musiker, die sogar ihre Instrumente zu den Events mitbringen um sich in den Pausen gemeinschaftlichen Sessions hinzugeben. Die großen Festivals ziehen zigtausend Fans aus aller Welt an und präsentieren neben den Stars immer auch die neuen Entwicklungen. Und die Musiker werden immer jünger: In den USA sieht man unglaublich virtuose Kinder- und Familienbands, nicht einfach nur auf Leistung trainiert, sondern mit Feuer und Begeisterung für Mandoline, Geige, Banjo, Gitarre, Kontrabass oder Hawaiigitarre – den typischen Instrumenten der Bluegrass Musik. Auch wenn sie dabei die Zukunft im Auge haben, so zeigen die jungen Künstler dennoch großen Respekt vor den Gründungskünstlern und den klassischen Spieltechniken der einzelnen Instrumente. Die aktuelle Popmusik greift als musikalische Frischzellenkur verstärkt auf Bluegrass Elemente zurück: Banjos, Mandolinen, Fiddles, mehrstimmiger Gesang, typische Harmonien… vieles davon schon in vor langer Zeit in den Bergen der Appalachen zuhause.