„Genannt Gospodin“ oder „Der Typ, der einfach nur lebt“

„Genannt Gospodin“ oder „Der Typ, der einfach nur lebt“
Mittwoch | 24. Oktober 2018 | 20:00 Uhr


Gospodin will nicht mehr. Keine Lust mehr auf Selbstausbeutung, Leistungswahn, Konsum. Gospodin will einfach nur da sein und leben. Entspannt. Ohne Geld. Sein Umfeld ist irritiert, genervt, will ihn pädagogisch wertvoll und gut gemeint zurück ins Boot, ins „richtige“ Leben zerren. Vergebens.
Man lacht ihn aus, distanziert sich oder tut, als sei alles wie immer. Die Liebe geht in die Brüche. Gospodin hat Hunger, Schulden und keinen wirklichen Plan, nur sein Dogma für ein neues freies Leben („Geld darf nicht nötig sein“). Es geht also steil bergab. Er wird in kriminelle Machenschaften gezogen, gerät ins Visier der Polizei. Die Katatstrophe scheint perfekt. Doch unerwartet findet Gospodin im Desaster eine akzeptable Lösung seiner Probleme.

GENANNT GOSPODIN wurde beim Berliner Theatertreffen prämiert und erhielt den Dramatikerpreis der Deutschen Wirtschaft 2007. Philipp Löhle (Jahrgang 1978) umkreist in seinem Stück die neuralgischen Punkte unserer globalisierten, kapitalistischen Gegenwart: Konsum, Arbeit, Beziehungen aus der Sicht eines Verweigerers, ohne Sarkasmus, aber mit viel skurrilem Witz.