Aquamarin. Das neue Album. Konzert mit Klaus Hoffmann

Aquamarin. Das neue Album. Konzert mit Klaus Hoffmann
Sonntag | 1. Dezember 2019 | 20:00 Uhr


»Aquamarin«
Der Anfang. Der Aufbruch. Die Reise. Die Heimkehr.
Das neue Album.
KLAUS HOFFMANN

Mit
KLAUS HOFFMANN Gesang | Gitarre
HAWO BLEICH Konzertflügel | Keyboards

»Aquamarin« heißt Klaus Hoffmanns neue Platte.
»Aquamarin« – das ist das Blau des Himmels und des Wassers, das Blau der Weite, der Tiefe und der Unendlichkeit. Wenn ich die Coverabbildungen auf seiner homepage richtig gezählt habe ist es seine 45. CD-Veröffentlichung (sampler und singles nicht mitgezählt). Was für ein Oevre!

»Aquamarin« ist der dritte Teil einer Trilogie.
Nach den letzten beiden, der »Sehnsucht« und den »Leisen Zeichen« (beide wurden von Hoffmann auch in Dresden live vorgestellt), schließt Klaus Hoffmann nun den Lebens-Kreis zwischen den kindlichen Anfängen, der Zeit des jugendlichen Aufbruchs und der Reise zum Chansonnier und Entertainer.

Für den Sänger ist »Aquamarin« ein besonders Werk, dieses Konglomerat aus dem Gestern und dem Heute, ein weiter Wurf, der das Leben des Schauspielers und Sängers reflektiert.

Gemeinsam mit Hawo Bleich am Flügel, seinem langjährigen Begleiter und Freund, verdichtet Klaus Hoffmann den Abend zu einer leicht scheinenden, jedoch tief lotenden Interpretation seiner Lieder und seines Lebens.
Da erinnert er stellvertretend für viele an die Jahre der Kindheit und der Jugend. Hoffmanns Musik ist auch nach vier Jahrzehnten zeitlos geblieben. 1975 ist seine erste Platte erschienen. Die klassischen Einflüsse, die schon zu Beginn in „Was fang ich an in dieser Stadt“ seine Musik unverwechselbar persönlich und überaus eigenständig gemacht haben, sind immer noch da, vereinen sich hier mit Rock, Chanson, Lied und Blues.
In seinen Liedern stand er immer schon in der Tradition großer Chansoniers wie Brel und Aznavour. Romantisch zwar, aber dennoch unverblümt und klar sind die Geschichten und Lieder, die bei seinen Konzerten das Leuchten in die Augen des Publikums zaubern.

Hoffmann, geboren 1951, sprang Ende der 1960er Jahre auf die Bühnen diverser Berliner Szenekneipen, parallel studierte er Schauspiel. Anfang der 70er war er engagiert an Berliner und Hamburger Bühnen, spielte dort die jugendlichen Helden. 1976 glänzte er in der Titelrolle der Verfilmung von Ulrich Plenzdorfs
„Die neuen Leiden des jungen W.“
Dann mußte er, dann wollte er sich entscheiden:

Schauspieler sein, in fremde Leben schlüpfen, Rollen spielen, die Ideen und künstlerischen Vorstellungen anderer umsetzen – oder eigene Texte schreiben, Geschichten und Melodien finden, eigene Lieder singen, immer auf sich selbst zurück geworfen, immer aus sich selber schöpfend …
Er wählte das Risiko. Er wählte das Richtige.

1975 erschien seine erste Schallplatte, knapp 50 weitere sollten bis heute folgen, darunter auch zahlreiche Livemitschnitte seiner wunderbar persönlich gehaltenen Konzerte. Daneben schrieb er Bücher, zum Beispiel über seine Reise als 18jähriger bis nach Afghanistan.
Egal ob als Sänger, Schauspieler, Autor oder einfach nur als Mensch: Klaus Hoffmann ist vor allem Geschichtenerzähler, und das mit großer Lust. Wenn er loslegt, glänzen seine Augen, seine Gedanken fliegen und die Sätze schlängeln sich lustvoll dahin.

Hart war seine Jugend im verarmten Nachkriegs-Westberlin.
Sein Vater kam gebrochen aus dem Krieg und ist „einfach so gestorben“, als Klaus zehn Jahre alt war. Ihn hat er immer wieder gesucht, in Liedern besungen: „In Wahrheit warst Du – immer da“ heißt es in einem.
Ganz ordentlich hatte er vor seiner Bühnenlaufbahn eine dreijährige Kaufmannslehre hinter sich gebracht – um danach mit einem Freund die große Reise anzutreten: Mit dem VW seines Stiefvaters sollte es bis nach Goa gehen, nach Westindien. Sie strandeten in der Türkei, kamen weiter bis nach Kabul, sahen die Statuen von Bamian, kauften sich Pferde und ritten durch den Hindukusch. Fast zum Skelett abgemagert kam er nach Monaten zurück nach Berlin, reicher um so manche Erfahrung und die Erkenntnis „das alles was ich suchte – schon immer in mir war.“

Wohl kein anderer deutschsprachiger Sänger hat in seinen Liedern so konsequent und rückhaltlos offen seine eigene Biografie bearbeitet.
Hoffmann öffnet sich immer ganz, benennt seine Freuden, seine Zweifel, erinnert sich seiner Kindheit, seiner Jugend, weiß wunderbare Geschichten über „Königin Mutter“ und den so früh verstorbenen Vater zu erzählen, alles ohne jede Verbitterung, dafür warmherzig und mit viel Wortwitz. „Berliner Schnauze“ sagen manche – und es ist ein großes Kompliment.

Gespannt können die aufmerksamen Zuhörer beobachten, dass Hoffmann älter geworden ist, manche sagen: reifer. Dennoch bleibt er der große und liebenswerte Junge, der mit großen Augen in die Welt blickt und immer noch sehnsuchtsvoll bekennt:

„Für einen Traum könnt ich fliegen, für ein Lied zu Grunde gehen,
ich lasse jeden Zauberer in meinen Garten …“


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