Ben Becker // AFFE // Dresden

Ben Becker // AFFE // Dresden
Montag | 12. Oktober 2020 | 20:00 Uhr


Einlass Haus: 19.00 Uhr // Beginn: 20.00 Uhr
Tickets auf Reservix: http://bit.ly/affe-dresden

Becker geht mit „Affe“ dahin, wo es existentiell wird – wie zuletzt in „Ich, Judas“, seinem Sensationserfolg mit weit mehr als hundertfünfzigtausend begeisterten Zuschauern. Eine „Offenbarung“, hieß es in den sich überschlagenden Pressestimmen, die durchweg die Ausnahmestellung von Ben Becker unterstreichen. Nicht nur als charismatischem Schauspieler, sondern als einen Kämpfer für seine Figur und Sache, einem Drahtseilakteur, der die Schallmauer durchbricht vom Spiel zum Sein.

Auf das Thema Verrat und Schuld folgt nun die existentielle Frage nach der menschlichen Natur. Niemand geringerer als Franz Kafka hat mit seinem Affenmenschen-Monolog „Bericht für eine Akademie“ diesen Riss zwischen Natur und Zivilisation, Ursprung und Fortschritt spürbar gemacht: anhand eines für Hagenbecks Tierpark gefangenen Affen, genannt „Rotpeter“, der schmerzhaft lernen musste, was es heißt, ein Mensch zu werden.

Nun soll der Affe Rechenschaft ablegen über sein „äffisches Vorleben“. Doch das Martyrium seiner Anpassung an die vermeintliche Krone der Schöpfung stellt viele Wert- und Vorurteile auf den Kopf. Wo Wissenschaftler ihre Augenbrauen heben, ringt und redet Rotpeter um sein Leben. Wo von der „Freiheit des Menschen“ die Rede ist, sucht er verzweifelt nach einem Ausweg.

Diese Grenzziehung behandelt Friedrich Engels in seinem Fragment „Anteil der Arbeit an der Menschwerdung des Affen“. Diesen zweiten Text zieht Becker als Folie für seine Figur und die Geschichte unserer Naturentfremdung heran, um deutlich zu machen, dass für jeden Fortschritt ein hoher Preis gezahlt werden muss, der sich am Ende zu dem summiert, was wir heute erleben: Hunger, Artensterben, Klimawandel, Kapitalismus, Flucht – auf einem unbewohnbaren Planeten.

– King Kong hat umsonst geliebt –


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