Cie. Freaks und Fremde: Out of Service

Cie. Freaks und Fremde: Out of Service
Donnerstag | 18. April 2019 | 20:00 Uhr


Erinnerungen eines unzuverlässigen Erzählers

Die neue Arbeit der Cie. Freaks und Fremde nimmt eine Figur von Bestseller-Autor Kazuo Ishiguro unter die Lupe. Der Butler Stevens, der in dem Roman »Was vom Tage übrig bleibt« auf einer sechstägigen Autofahrt durch England in den fünfziger Jahren sein Leben Revue passieren lässt, macht die bittere Erkenntnis, dass ihm sein Leben durch Finger geronnen ist. Ein Ideal von Würde, Größe und Loyalität bricht zusammen.
In einem Film-Theater-Labor sezieren die Darsteller*innen zusammen mit der Videokünstlerin Beate Oxenfart und dem Musiker Daniel Williams Begriffe wie Erinnerung, Verantwortung des Einzelnen, Demokratie, Würde und berufl iche Identität. »Achtzig pausenlos-spannende Minuten.« (DNN)

Die Cie. Freaks und Fremde untersucht in ihrer neuen Arbeit auf subtile Weise Fragen nach der Verantwortung des Einzelnen an historischen Wendepunkten. Wo beginnt die Verantwortung des Individuums? Entbindet Loyalität von eigener Verantwortung? Was ist Würde? In der öffentlichen Sprache der Gegenwart zeichnen sich gesellschaftliche Veränderungen ab, die Diskursen und Praktiken den Weg ebnen, die vor wenigen Jahren kaum denkbar waren. So sind die Befragung demokratischer Grundprinzipien und Errungenschaften, der Ruf nach starken Nationalstaaten und großen Führerpersönlichkeiten bereits Bestandteil seriöser tagespolitischer Diskurse. Wo beginnen wir aufzuhorchen? Wo beginnt unser Fragen und Hinterfragen?

Idee, Szenografie, Darsteller: Sabine Köhler, Heiki Ikkola | Live-Musik: Daniel Williams | Live-Video, Mapping, Schnitt: Beate Oxenfart | Licht: Josia Werth | Beratung Stop-Motion: Yvonne Brückner | Spieldauer: 80 Minuten